<!DOCTYPE html> <html> <head> <title>sterreich-Vignette</title> </head> <body> Heute machte ich einen Ausflug. Ich fuhr von Jesenice nach Tarvisio. Kurz vor Beginn der Stadt sah ich ein Autobahnschild: Austria. Ich fuhr auf den Zubringer und war nach einigen Kilometern auf der sterreichischen Seite. Es erfolgte eine Kontrolle. Ich musste halten. Ich hatte keine Vignette. Man bestand darauf, dass ich 120 Euro bezahle. Man sagte, ich bin auf der sterreichischen Autobahn und ich habe keine Vignette. Kein Wort davon, ich knne eine normale Vignette kaufen. Fr die 120 Euro hatte ich das Recht, an jenem und dem folgenden Tag sterreichische Autobahnen zu befahren. <p><p> Das ist vollkommen inakzeptabel fr mich. Aus meiner bisherigen Erfahrung heraus auf Weiteres schlieend, htte ich gemutmat, dass es zu dieser Ntigung frhestens kommen wrde, nachdem man z.B. an einer Verkaufsstelle die Mglichkeit zum Kauf einer Vignette versumt htte, wobei ich bisher immer die Vignette kaufte bzw. abfuhr, dergleichen wie hier ist mir noch nie passiert. Vielleicht gab es irgendwo eine solche Mglichkeit, ich wei es nicht, mir ist es nicht aufgefallen. Ich erinnere mich jetzt aber dunkel an irgend so etwas, aber ich glaube nicht an der Autobahn, falls es so etwas gab, wre es mir irrelevant erschienen, da ich kein Interesse hatte, in sterreich auf der Autobahn zu fahren. Im Allgemeinen kann man an der Grenze immer sofort raus. Ich fuhr in Italien auf die Autobahn Richtung sterreich, das ist alles, was ich mit Sicherheit wusste. Dass man mich dann sofort auf der anderen Seite zum Zahlen von 120 Euro ntigen wrde, ahnte ich nicht, sondern erwartete eine italienische Zahlstelle mit Ausfahrt (weiter gedacht: Je mehr es Usus ist, automatisch davon auszugehen, ein faires, kultiviertes, demokratisches Verhalten angediehen zu bekommen, desto hher sind die Ertragschancen derer, die solche gutglubigen Leute wie uns dann in der Hand haben). <p> Ich hatte vor, sofort wieder rauszufahren. Ich wusste, dass in sterreich Vignettenpflicht ist fr die Autobahnen, und normalerweise - und ich war schon in 60 Lndern und bin schon sehr oft auf Autobahnen gefahren - hat man immer die Mglichkeit, sofort rauszufahren und/oder maximal den befahrenen Streckenabschnitt zu bezahlen (ok, Page), wobei das Konzept der Bestrafung nicht angewendet wird, oder man fhrt einfach so ab, oder es wird angekndigt, was Sache ist. Zum Beispiel von Ungarn auf die sterreichische Autobahn: Es kommt eine Ausfahrt, wo man eine Vignette kaufen kann. Vielleicht sogar eine Ausfahrt, wiederum sofort nach Einreise in sterreich, wo man die Chance hat, die Autobahn zu verlassen. <p> In meinem Fall hier war die Situation so, dass man sofort auf der sterreichischen Seite mit diesem Geldbetrag in die Pflicht genommen wurde, der absolut inakzeptabel ist fr die vielleicht 2000 m, die man eine sterreichische Autobahn benutzt hat. Ich wurde gentigt und ich fhlte mich gentigt und es war eine Art der Vergewaltigung. Ich hatte keinerlei Absicht, berhaupt auf einer sterreichischen Autobahn mich zu befinden, und auf der italienischen Seite (auf dem Rckweg bin ich da wieder vorbei gefahren) geht aus dem Schild nur hervor, dass das Befahren des Autobahnabschittes in Italien, auf den ich aufgefahren bin, gebhrenpflichtig ist. Ich erwartete logischerweise eine italienische Zahlstelle, und dort kann man gewhnlich abfahren. Dessen ungeachtet kann nicht von mir erwartet werden, dass mich diese ca. 10 km 120 Euro kosten wrden, das ist vollkommen im schlechten Glauben gehandelt, und dass wir die Ausfahrt in Italien erwarten, kommt den sterreichern gerade recht, selbst schuld, wenn ich meine Logik benutze, nicht die Logik dessen, der daraus volles Kapital schlagen wird. <p> Selbst falls irgendwo auf meiner Strecke, die ich da eben gefahren bin, die Mglichkeit bestand, eine Vignette zu kaufen, was ich nicht glaube, wovon ich das Gegenteil hier jedoch jetzt nicht beschwren kann, htte ich sie nicht gekauft, ich wre sofort abgefahren. Von mir aus htte man mir 10 Euro fr die 10 km abverlangen knnen, aber 120 Euro ist absolut ungerecht, und ich glaube, die Tatsache, dass man mir nicht die Mglichkeit gab, eine normale Vignette zu kaufen, was ich bereits als Ntigung betrachtet htte, da man mich htte einfach nur abfahren lassen knnen sollen, zeugt von einem Willen, den maximalen Geldbetrag von Opfern einzukassieren, die nicht die Mglichkeit erkennen, aus dieser Situation wieder befreit zu werden, ohne dass es noch schlimmer kommen knnte. Ich war derart entrstet und unter Schock, dass ich halt bezahlte. Ich fhlte mich einem System ausgeliefert, das mit mir machen kann, was es will, bewaffnete Beamte, die mir sagten, sie verstehen mich, aber man kann nicht anders handeln, so ist das Gesetz. Ich zahlte mit meiner Debitkarte, auf einer der Spuren stand ein Van mit Bankomat. Der Beamte erfragte meinen Code. Ich fuhr an der nchsten Abfahrt, Arnoldstein, ab. Ich fuhr zurck nach Tarvisio. Ich stellte das Auto ab. Ich setzte mich an ein Caf. Dort sa ein Ehepaar. Die Frau sagte, sie und ihr Mann seien dement, impazziti. Ich war so froh, mit dieser unbedrohlichen Frau zu reden. Ich sagte ihr, ich stnde unter absolutem Schock, man habe mich soeben gezwungen, 120 Euro zu zahlen usw. Sie sagte, sie hat eine Botschaft von der heiligen Maria, dass alles gut wird oder so hnlich, ich sprte, wie ein Friede bei mir einzieht. Ich versprach ihr, jeden Tag dafr zu beten, dass sie beide einen Platz im Pflegeheim bekmen. Leider auf der Strae lie ich es dann zu, dass ich wieder schlecht drauf kam beim Gedanken an die Menschen, die mir mein Geld gestohlen hatten im Namen des Gesetzes, und es stresst und jetzt ist es schon 2:00. Ich hab aber auch zu viel Kaffee getrunken. Manchen ist es vollkommen egal, Hauptsache sie kommen an mein Geld heran, andere beschlieen halt auch dafr mit, weil es besser erscheint, die andersartigen Kosten kennen sie nicht oder nehmen sie in Kauf. Aber das kann man auch wieder ndern. Fr mich ist Realitt, dass sie sich an meinem Geld, an mir, vergriffen haben. Ich hab dann in Tarvisio noch mit drei sterreichern darber geredet. Einer von ihnen sagte mir, er und sein Vater seien ebenfalls in diese Kontrolle geraten und es sei ihnen dasselbe passiert und er war meiner Meinung, dass das vllig ungerechtfertigt ist. Die beiden anderen hatten auch davon gehrt, aber ich entschuldigte mich dann, sie haben es nicht verdient, dass ich sie mit diesem rgerlichen bedrcke und wir wechselten das Thema. Ich war so aufgeregt, dass ich in Slowenien mit 90 km/h ca. 300 m in einer geschlossenen Ortschaft fuhr, bevor mir das auffiel. Das kommt sonst niemals vor. Ich fhl mich vergewaltigt. Ich wei, ein abnes Bein ist schlimmer, aber ich hab sonst keine Probleme. Mir tun die Leute leid, die das erleben. Von mir aus knnt Ihr jetzt alle denken, ich bin eine Heulsuse oder ein Heuchler oder was ihr wollt. Was juckt mich das. Ich will nur, dass das aufhrt und wei nicht, wie ich das besser sagen kann, als dass ich es einfach nur so schildere. Klar, es war ein spontaner Fehler, auf die Autobahn zu fahren, es hat mich ja niemand dazu gezwungen, und es tat mir auch schon auf dem Zubringer leid (in Slowenien, wenn man dem Autobahnschild hinterher fhrt, ist man noch lange nicht auf der Autobahn), aber das ist so, wie wenn ich auf die Strae geh und nicht im Bett bleib, wenn mir ein Ziegelstein auf den Kopf fllt, ist es auch meine Schuld, ich htt ja im Haus bleiben knnen. So, jetzt fhl ich mich etwas besser. Vielleicht war auch die Auffahrt in dieser Hinsicht ein Spezialfall. Und vielleicht hab ich ja im Wert von 120 Euro einen Beitrag geleistet. <p> <p> Italiener an sterreicher: Sollten wir nicht auf unser Autobahn-Auffahrtsschild schreiben, was auf die Armen zukommt? sterreicher zu Italiener: Seid ihr verrckt? </body> </html> <body> </body>